Ted Annemann

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passt hervorragend und stellvertretend als historische Figur in diese Rubrik. Er war so zu sagen der "Vater der Mentalmagie", wurde am 22. Februar 1907 geboren und starb im Januar 1942 durch Selbsttötung, kurz vor einem Auftritt. Er war "Kreateur" vieler, noch heute genutzter Techniken der Mentalisten. Eines seiner damaligen spektakulärsten Kunststücke war sein "Kugelfang".

Inhaltsbereich: Berühmtheiten der Zauberkunst

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  • In der Zauberkunst gab und gibt es Berühmtheiten, die in der jeweiligen Zeit international bekannt waren bzw. bekannt sind. Es wird in dieser Aufzählung nicht unterschieden, ob es in der Szene oder in der Bevölkerung bekannte Künstler waren oder sind. Hier finden Sie also eine Auswahl von diesen bekannten Persönlichkeiten, chronologisch nach Geburtsjahr geordnet.


    1800-1899


    Ludwig Döbler (1801-1864)

    In Wien wurde Ludwig Döbler (1801 - 1864) geboren. Dort errang er auch seine größten Erfolge. Sein Paradestück war "Floras Blumenspende". Aus einem leeren Hut erschienen zahlreiche reizende kleine Blumensträuße, jeder mit einem Gedicht versehen. Döblers Worte: "Hier ein Sträußchen, da ein Sträußchen, noch ein Sträußchen.." wurden zu einer stehenden Redensart. Döbler war seinerzeit ein echter internationaler Superstar, der in ganz Europa einen Erfolg nach dem anderen feierte. Ja sogar Merchendiseartikel gab es von ihm. Berühmt war auch sein Eingangskunststück, bei dem sich nach einem Schuss gleich 200 Kerzen wie von Geisterhand auf einmal anzündeten. Ludwig Döbler starb am 17. April 1864 laut amtlicher Leichenbeschau an "Erschöpfung der Kräfte, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten am 23. März".
    Der österreichische Zauberkünstler und Schriftstller Robert Kaldy-Karo hat eine umfangreiche Biografie zu Ludwig Döbler geschrieben. Der Titel dazu lautet: "Ludwig Döbler, Genius des Biedermeier". Die ISBN Nummer dazu lautet: 3-902057-55-6

    Robert Houdin (1805-1871)

    Jean Eugene Robert-Houdin (1805-1871) war ursprünglich Uhrmacher und Automatenbauer in Paris und wurde als Zauberkünstler berühmt. Einer seiner berühmtesten "Zauberautomaten" war eine schachspielende Figur. Er trat als Erster im einfachen Abendanzug auf und zeigte neben der Zauberkunst mit Requisiten auch Mentalmagie. Auch räumte er mit unnötigen Vorhängen und tief vergangenen Tischen auf. Er "entstaubte" so zu sagen die Zauberkunst und wurde zum "Vater" der modernen Zauberkunst. In Paris schuf er sich ein eigenes Zaubertheater, das noch viele Jahre nach seinem Tode existierte. Er war einer der großen Neuerer, der sich um wirkliche, gediegene Kunst bemühte. Dadurch wurde er zum Vorbild für Generationen nach ihm.

    Johann Nepomuk Hofzinser (1806-1875)

    Johann Nepomuk Hofzinser (1806-1875), der von Beruf nicht Zauberkünstler, sondern Beamter war, kann man sicherlich als einen, wenn nicht den größten Kartenkünstler der Welt bezeichnen. Er war es, der die bis dahin recht primitive Kartenzauberei zu einer wirklichen Kunst erhob. Mehr als 40 Jahre war er der ausgesprochene Liebling der gesellschaftlichen Kreise Wiens. Er war der ideale Salonmagier, sein Ruhm erfüllt noch heute die ganze magische Welt. Ihm zu Ehren wurde im Jahre 1933 der "Johann Nepomuk Hofzinser-Gedächtnisring (kurz Hofzinser-Ring)" gestiftet, der von einem Gremium an Zauberkünstler verliehen wird.

    Samuel Bellachini (1828-1885)

    Samuel Bellachini (1828-1885) galt als einer der populärsten Zauberkünstler in Deutschland. Nach seinem Tode wurde sein Künstlername bis Mitte des 19. Jahrhunderts übernommen, jedoch erreichte keiner der "Nachahmer" seine Popularität. Obwohl er eigentlich kein "großer Zauberkünstler" war, war er als "Volkszauberkünstler" in aller Munde. Die fehlende Geschicklichkeit gleichte er durch eine große Portion Humor und derbe Späße im gebrochenen Deutsch aus. Wahrscheinlich war er einer der ersten Comedyzauberkünstler, die auftraten. Auch durch seine Art Werbung zu machen, verstand er es, beim Publikum bekannt zu werden und zu bleiben.

    Ben Ali Bey (1839-1928)

    Ben Ali Bey (1839-1928) dessen bürgerlicher Name Max Auzinger war, entdeckte durch Zufall bei einer Theateraufführung, dass sich schwarz vor schwarzem Hintergrund nicht abhebt. Auf dieser Idee aufbauend, schuf er sein "Schwarzes Kabinett", eine mit schwarzem Samt ausgeschlagene Bühne, auf der sich die unwahrscheinlichsten Effekte erzielen ließen. Mit seiner Schow "Indische und Ägyptischer Wunder" reiste er um die Welt. Ben Ali Bey war von Beruf Regisseuer und Schauspieler und wurde so per Zufall zum Zauberkünstler. In der Zeitschrift "Magische Welt" Nr. 1 aus dem Jahre 2004 ist ab Seite 20 Folgendes zu lesen. Zitat: Max Auzinger wollte damals eine Szene zeigen, in der ein Bösewicht (in Gestalt eines "Negers") in einen finsteren Kerker eingesperrt wurde. Um dieses finstere Loch möglichst duster zu präsentieren, wurde der Zirkuswagen innen schwarz gestrichen, der "Bösewicht" in schwarze Sachen gesteckt, sein Gesicht und seine Hände schwarz geschminkt. In der Abendvorstellung wurde dieser Kerl nun am Kragen gepackt und in den finsteren Keller geworfen. Und dann erlebten die Zuschauer etwas Verblüffendes: Zu sehen waren nur eine Reihe Zähne, die über die Bühne marschierten zum großen Spaß der Zuschauer." Zitat Ende. Heute wird das "Schwarzen Kabinett" im Sinne der Zauberkunst nur noch von wenigen Künstler gezeigt. Omar Pascha ist einer der in der Szene bekannten Künstler, die es in Kombination mit anderen Techniken anwenden, sodass selbst Kenner des "Schwarzen Kabinetts" vor Rätsel stehen. Es hat jedoch im Theater eine Heimat gefunden, wo es zu einer eigenen Kunstform geworden ist.

    Horace Goldin (1873-1939)

    Horace Goldin wurde mit dem bürgerlichen Namen Hyman Goldstein am 17. Dezember 1873 in Litauen geboren. Er wanderte als Jugendlicher mit seinen Eltern in die USA aus. Bei einem Besuch des Zauberkünstlers Herbert Albini begann er, dessen Kunststücke einzuüben. Da sein Englisch schlecht verständlich war und er auch noch stotterte, entwickelte er eine stumme Zaubershow, die ihm außerdem durch seine Tempovorführungen eng aneinandergereihter Kunststücke den Beinamen "Whirlwind Wizard" einbrachte. Sein Karriereweg führte ins Palace Theater in London. Dort war er so erfolgreich, dass er weltweit zahlreiche Angebote erhielt. Er war der erste Zauberkünstler, der im Palace Theater in New York seine Show aufführen durfte.
    Seine seinerzeit bekanntesten Illusionen waren, die "Durchdringung einer Glasplatte", das "Schwebende Piano", und "Vom Film zum Leben", bei der sich Goldin mit der auf der Leinwand im Film gezeigten Schauspielerin unterhielt, dann zu ihr in den Film hineinging und schließlich mit ihr aus der Leinwand auf die Bühne zurück kam.
    Weltberühmtheit erlangte er mit dem "Zersägen einer Dame". Die "Zersägte Jungfrau", wie die Illusion auch dem allgemeinen Publikum geläufig ist, wurde so bekannt, dass diese Illusion noch heute zum Standardrepertoire vieler Illusionisten gehört. Am 21. August 1939 starb Goldin nach seiner ersten Vorstellung im Wood Green Empire in London.


    Harry Houdini (1874-1926)

    Der Zauber- und Befreiungskünstler Harry Houdini (1874-1926), der mit richtigem Namen Erich Weiß hieß und der Sohn eines ungarischen Rabbis war, legte sich seinen Künstlernamen zu Ehren des berühmten Zauberkünstlers Robert Houdin zu. Bis zu seinem Tode wurde wohl der Begriff "Befreiungskünstler" nicht benutzt. Houdini entwickelte viele Befreiungsillusionen, darüber hinaus war er Experte für das Öffnen von Schössern und der Befreiung aus Zwangjacken. Harry Houdini bezeichnete sich selbst als Aufklärer gegenüber sogenannten Medien und Geisterbeschwörern, die er bloßstellte. In den 20 er Jahren entbrannte zwischen Houdini und der Geisterbeschwörerin Mina Crandon, die auch "Margery" genannt wurde, ein heftiger Streit. Vom September 1906 bis August 1908 erschien monatlich Harry Houdinis' Conjurers' monthly magazine. In Pennsylvania ist ihm ein eigenes Museum gewidmet. Houdini starb vermutlich an den Folgen eines Faustschlages in den Unterbauch bei einer Vorführung, auf den er nicht gefasst war. Das führte wahrscheinlich zu einer Entzündung des Bauchfells, die dann zum Tode geführt haben muss. Berühmte Schauspieler wie Tony Curtis spielten die Rolle von Houdini. Es wird gesagt, dass er durch die Verfilmung der Lebensgeschichte Houdinis, zum begeisterten Amateurzauberer geworden war.


    Dai Vernon (1894-1992)

    Dai Vernon, mit bürgerlichem Namen David Frederick Wingfield Verner, wurde am 11. Juni 1894 in Ottawa in Kanada geboren. Er kam mit 8 Jahren über seinen Vater, der als Amateurmagier auftrat, zum ersten Mal mit der Zauberkunst in Berührung. 1913 zog Dai Vernon mit seiner Familie nach New York City, wo er begann, professionell zu arbeiten.
    Dai Vernon war einer der fünf Gründungsmitglieder des New Yorker "Inner Circle". Er gilt als Erfinder vieler Kartenkunststücke bzw. vieler Kartengriffe, die dazu dienen, überragende Effekte zu erzeugen und die noch heute von der Magierschaft weltweit genutzt werden.
    1937 bekam der den Beinamen "Der Professor", der in der Szene weltweit bekannt ist und der untrennbar mit dem Namen Dai Vernon verknüpft ist. Dai Vernon wurde Mentor vieler in der Szene überaus bekannter Magier und wurde mit Preisen wahrlich überhäuft. Über die Jahre schrieb er unzählige Publikationen, darunter für die Magierschaft wichtige Werke, die auch Jahrzehnte nach der Veröffentlichung an Aktualität nichts eingebüßt haben.
    Vernon war ein Meister der Fingerfertigkeit und des Wortes. Dieses Video zeigt einen Klassiker der Zauberkunst, das sogenannte Becherspiel bzw. "Cups and Balls". Auftritt Dai Vernon mit dem Becherspiel. Erst im Jahre 1990 ging Dai Vernon im hohen Alter von 96 Jahren in San Diego in den Ruhestand, wo er in der Nacht vom 21. auf den 22. August 1992 starb. Dai Vernon war einer der wirklich ganz großen Zauberkünstler unserer Zeit.

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